Kloster-Hospiz

Bau eines Hospizes in Schwäbisch Gmünd

Schon 2007 hatte die Gemeinschaft der Franziskanerinnen der ewigen Anbetung vor, ein Hospiz einzurichten. Als dann 2017 die Stadt auf die Schwestern zukam, war das Thema wieder präsent, und nach internen Diskussionen entschieden sie im Februar 2018 »Wir wagen den Schritt!«. Heute, zweieinhalb Jahre danach, ist der Bau schon weit fortgeschritten, im Frühsommer 2021 soll das Klosterhospiz eingeweiht werden.

Ab wann ist die Idee für ein Hospiz gereift, Sr. Benedicta?
Wir hatten 2015 einen Runden Tisch im Kloster mit dem Thema »Was passiert mit den Räumlichkeiten hier?«, da stand auf der Agenda auch ganz klein »Hospiz«. Das hat aber kein großes Echo in der Gruppe gefunden. Dann kam die Stadt mit der Anfrage, und das Thema war wieder präsent. Zunächst haben wir in der Schwesterngemeinschaft diskutiert, das war im November / Dezember 2017. Im Februar 2018 hat die Gemeinschaft dann entschieden »Wir wagen den Schritt!«. Wir haben eine Machbarkeitsstudie erstellt, in die Herr Springmann bereits einbezogen war, um sich Gedanken zu machen, wie das Hospiz Gestalt annehmen könnte – außerdem ging es um Fragen wie »Bekommen wir das voll belegt?« oder »Wie groß ist der Einzugsbereich?« Dann haben wir das Konzept der Stadt vorgestellt und im Herbst 2018 mit dem Abbruch begonnen. Das gab eine große Diskussion, auch in der Öffentlichkeit – wie kann man relativ neue Häuser abbrechen? Wir haben da auch sehr mit uns gerungen und alle möglichen architektonischen »Purzelbäume« geschlagen, um die zwei Schwesternhäuser zu retten – aber wir hätten das, was ein Hospiz erfordert, im Bestand nicht realisieren können. Es wäre zweigeschossig geworden, hätte keinen Gemeinschaftsraum gehabt, usw. – so haben wir uns schweren Herzens entschieden, die zwei Häuser abzureißen. Das dritte Schwesternhaus haben wir in seiner Gestalt bewahrt. Dort wird die Hospiz-Verwaltung untergebracht sein.

Was war die Problematik, Herr Springmann?
Die lag einfach in der Höhensituation. Die drei Schwesternhäuser sind jeweils um einen Meter versetzt – in der Höhe! Wir hätten innerhalb der drei bestehenden Gebäude einfach das Raumprogramm, das ein Hospiz erfordert, z.B. von der Größe der Räume, nicht realisieren können und zuviel statische Eingriffe vornehmen müssen. Insofern haben wir also neben der Machbarkeitsstudie »im Bestand« eine Alternative aufgezeigt, in der wir alles auf eine Ebene gebracht haben. Auf die bestehende Gründung der beiden Schwesternhäuser wurde für den Neubau die Gründungsplatte aufgesetzt.

Inwieweit haben Sie die vorhandene Bausubstanz beim Neubau berücksichtigt?
Wir wollten dem Kloster etwas anfügen, was den Wert und die Charakteristik des Klosters in Gänze erhält. So haben wir z.B. die schöne Biberschwanz-Ziegeldeckung des Klosters für die Gaubenaufbauten des Hospizes verwendet oder haben Elemente des Kloster-Innenausbaus übernommen, wie Sichtbeton, Holz oder Fensterteilungen. Das miteinander zu erarbeiten, war spannend – deshalb steckt in dem Hospizbau auch mehr als nur das Umsetzen eines Funktionsprogramms. Was uns auch ganz wichtig war: das Thema Licht und Aussicht. Da wir an dieser Stelle im Übergang von gebauter und natürlicher Umgebung eine herausragende Situation haben, wollten wir die Natur in unser Bauwerk hereinholen. Und es sollten alle Zimmer auf einer Ebene liegen, so dass jeder Mensch, der hier seine letzten Wochen oder Tage verbringt, die gleiche schöne Situation hat – so geben die Gauben z.B. auch vom Bett aus den Blick in den Himmel frei, oder die Pflegebetten können auf den Balkon geschoben werden.
Sr. Benedicta: Herr Springmann ist sehr sensibel mit dem Bestand umgegangen. Schon beim ersten Durchgang durchs Kloster ist mir aufgefallen, dass er Dinge bemerkt hat, die ein normaler Besucher gar nicht wahrnimmt – und das kam beim gesamten Bauprozess immer wieder zum Tragen.

So können Sie helfen:

Möbel für das Kloster-Hospiz.

Kloster-Hospiz

Schwäbisch Gmünd

  • Ziel des Kloster-Hospizes ist, den Aufenthalt für die bis zu acht Bewohnerinnen und Bewohner durch eine fachlich fundierte, individuelle und ganzheitliche Pflege so zu gestalten, dass sie eine möglichst hohe Lebensqualität bei größtmöglicher Selbstbestimmung erfahren können. In einladender, wohnlicher und wertschätzender Atmosphäre soll die Zeit des Hospizaufenthalts als kostbare Lebenszeit und nicht nur als letzte Strecke des Lebensweges erfahren werden können.

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Agnes Philippine Walter Stiftung
Bergstraße 20
73525 Schwäbisch Gmünd

Tel. 07171 . 921999-0
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